201703.09
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Koalition regt Modernisierung des Adoptionsrechts an

Nach Zeitungsberichten möchte die Koalition noch in der aktuellen Legislaturperiode das Adoptionsrecht reformieren. Es soll weiterentwickelt und das Adoptionsvermittlungsgesetz reformiert werden. Hintergrund sind die weiterhin sinkenden Adoptionszahlen, welche unter anderem auf die teilweise nicht mehr zeitgemäßen Anforderungen an die Adoptionsfähigkeit der Bewerber zurückgeführt werden.  Insbesondere der Umstand, dass  sich  Paare immer später dazu entscheiden, Kinder zu kriegen und in diesem Zuge gegebenenfalls auch über eine Adoption nachdenken, führte in der Vergangenheit dazu, dass  etliche Adoptionsbewerber nach heutigen Maßstäben schlichtweg „zu alt“ für eine Adoption waren.  Dies, obwohl  andere Paare im selben Alter ohne weiteres und auch von der Gesellschaft  problemlos akzeptiert noch leiblichen Nachwuchs bekommen und es eigentlich auch keine gesetzlich vorgeschriebene Altersgrenze gibt.

Vorgeschrieben ist lediglich das Mindestalter, das der Annehmende haben muss. Ein Alleinstehender muss mindestens 25 Jahre alt sein, bei Ehepaaren der andere Ehepartner zudem mindestens 21 Jahre alt. Zudem sollte  der Altersunterschied  zwischen dem anzunehmenden Kind und den Adoptionsbewerbern  mindestens 15 Jahre, höchstens jedoch 40 Jahre betragen, da man eine möglichst natürliche Eltern-Kind-Konstellation herbeiführen wollte. Dies ist aber eigentlich bloß eine Richtlinie. Unter diesen Umständen wurde aber bisher keine Empfehlung beispielsweise für die Adoption eines Neugeborenen durch ein Ehepaar ausgesprochen, bei welchem ein Ehepartner über 40 Jahre alt war. Während Anfang der Neunzigerjahre jährlich noch  etwa 8.000 Adoptionen vermittelt  werden konnten, waren es im Jahr 2015 nur noch 3.812 Adoptionen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

 Bemühungen in Richtung Reformation des Adoptionsrechts gibt es allerdings auch schon seit einigen Jahren. Es bleibt abzuwarten, was von den neuen Ansätzen insbesondere der Union übrig bleibt.

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